{"id":270,"date":"2015-02-23T22:14:54","date_gmt":"2015-02-23T22:14:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.stop-fracking-kiel.de\/wordpress\/?page_id=270"},"modified":"2015-02-23T23:20:06","modified_gmt":"2015-02-23T23:20:06","slug":"fracking-2","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.stop-fracking-kiel.de\/wordpress\/?page_id=270","title":{"rendered":"Fracking"},"content":{"rendered":"<p><b><a href=\"http:\/\/www.stop-fracking-kiel.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Infografik-konventionelle-Erdgasgewinnung-und-Fracking_by_Niko_Martin.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-315 size-full\" src=\"http:\/\/www.stop-fracking-kiel.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Infografik-konventionelle-Erdgasgewinnung-und-Fracking_by_Niko_Martin.png\" alt=\"Infografik-konventionelle-Erdgasgewinnung-und-Fracking_by_Niko_Martin\" width=\"800\" height=\"600\" srcset=\"http:\/\/www.stop-fracking-kiel.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Infografik-konventionelle-Erdgasgewinnung-und-Fracking_by_Niko_Martin.png 800w, http:\/\/www.stop-fracking-kiel.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Infografik-konventionelle-Erdgasgewinnung-und-Fracking_by_Niko_Martin-300x225.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><br \/>\n<\/b><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Toxisches Fracking in konventionellen Lagerst\u00e4tten<\/b><\/p>\n<p>Am 4. Juli 2014 schrieben Bundeswirtschaftsminister Gabriel und Bundesumweltministerin Dr. Hendricks einen Brief an alle \u201eLiebe Genossinnen, liebe Genossen\u201c der SPD: Fracking l\u00f6se in Teilen der Bev\u00f6lkerung gro\u00dfe Besorgnis aus. \u201eDer Schutz der Gesundheit und der Schutz des Trinkwassers haben absolute Priorit\u00e4t. Klar ist: Wir k\u00f6nnen derzeit beim Fracking in Schiefer- und Kohlefl\u00f6zgestein mangels eigener nationaler Erfahrungswerte die Auswirkungen noch nicht absch\u00e4tzen\u201c. Dennoch solle Fracking im Schiefer- und Kohlefl\u00f6zgestein unterhalb von dreitausend Metern unter gewissen Einschr\u00e4nkungen erlaubt sein. \u201eFracking-Vorhaben f\u00fcr sogenanntes \u201aTight-Gas\u2018 (\u201akonventionelles Fracking\u2018) bleiben grunds\u00e4tzlich m\u00f6glich. Solche Vorhaben werden seit den 1960er Jahren in Deutschland durchgef\u00fchrt und d\u00fcrfen schon heute und nach geltendem Berg- und Wasserrecht keine Gefahr f\u00fcr die Gesundheit und das Trinkwasser hervorrufen. Hier werden wir trotzdem noch zus\u00e4tzliche Regelungen einf\u00fchren, unter anderem darf die eingesetzte Frackfl\u00fcssigkeit insgesamt maximal schwach wassergef\u00e4hrdend sein.\u201c N\u00e4heres siehe im beigef\u00fcgten Brief der beiden SPD-MinisterInnen. \u2013 Daraus resultieren einige Fragen: Die Rede ist von Erdgas. Gilt dies auch f\u00fcr Erd\u00f6l?<\/p>\n<p><b>Erdgas, Erd\u00f6l und feste Kerogene<\/b><\/p>\n<p>Erd\u00f6l und Erdgas sind unterschiedliche Verwesungsstadien von Biomasse, die vor zehn bis 500 Millionen Jahren auf dem Grund von Schelfmeeren entstanden ist. Je nach Temperatur und herrschendem Gesteinsdruck bildeten sich langkettige, feste Kerogene. Ab 60 Grad Celsius werden diese aufgespalten in kurzkettigere gasf\u00f6rmige (vor allem Methan) und fl\u00fcssige Kohlenwasserstoffe (Erd\u00f6l). Ein Teil bleibt jedoch im festen Zustand. Der hohe Druck in der Tiefe presst die festen Kerogene mit festen Erd\u00f6lmuttergesteinen zusammen. Das fl\u00fcssige Erd\u00f6l und Erdgas migriert, beg\u00fcnstigt durch seine im Vergleich zur Umgebung geringere Dichte, in durchl\u00e4ssigen Poren des Gesteins nach oben, bis es auf undurchl\u00e4ssige Schichten trifft, z.B. auf Salzsedimente. Hier bilden sich die Erd\u00f6llagerst\u00e4tten und Gaskappen.\u00a0 Siehe: <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Erd%C3%B6l\">http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Erd%C3%B6l<\/a><\/p>\n<p><b>Konventionelle und unkonventionelle Lagerst\u00e4tten<\/b><\/p>\n<p>In urspr\u00fcnglicher Bedeutung sind konventionelle Lagerst\u00e4tten jene, in denen das Erd\u00f6l bzw. Erdgas durch einfache Bohrung gef\u00f6rdert werden kann. In unkonventionellen Lagerst\u00e4tten ist das Erd\u00f6l bzw. Erdgas durch Poren im Gestein eingeschlossen. Die Poren werden k\u00fcnstlich ge\u00f6ffnet. Sandstein ist por\u00f6ser als Schiefergestein. Seit Ende der 1940er Jahre wird, von den USA ausgehend, zun\u00e4chst im Sandstein gefrackt \u2013 im Kreis Pl\u00f6n zwischen den 1960er und 1990er Jahren. Danach wurde die F\u00f6rderung wegen zu niedriger Weltmarktpreise f\u00fcr Erd\u00f6l aufgegeben. &#8211;\u00a0 Fracking im Sandstein gilt als weniger umweltbelastend als Fracking im Schiefergestein \u2013 der Wasserverbrauch sei geringer und es bed\u00fcrfe einer geringeren Zahl toxischer Substanzen. Sollte es irgendwann einmal m\u00f6glich sein, ohne giftige Chemikalien auszukommen, dann in erster Linie in Sandsteinschichten. Wintershall, Exxon und Co. arbeiten seit l\u00e4ngerem an einer Begriffs-Neudefinition: \u201ekonventionelles Fracking\u201c im Sandstein sei weniger riskant als \u201eunkonventionelles Fracking\u201c im Schiefergestein \u2013 wie am Beispiel der Bakken-Formation in den USA zu zeigen ist, ist das genaue Gegenteil der Fall!<\/p>\n<p><b>Ist Tight-\u00d6l-Fracking im jurassischen Dogger rentabel?<\/b><\/p>\n<p>Das Eckpunktepapier von Gabriel und Hendricks vom Juli 2014 pr\u00e4gt einen neuen Begriff: Tight-Gas. Es handelt sich um Kohlenwasserstoffe im festen Sandstein (\u201etight\u201c = fest). Kritiker sprechen von Tight Oil als \u201eunkonventionellem \u00d6l\u201c. Angesichts der Begriffsinflation k\u00f6nne \u201eman recht schnell den \u00dcberblick verlieren. Dies f\u00fchrt dann sehr oft dazu, dass \u201a\u00c4pfel mit Birnen\u2018 verglichen werden\u201c (vgl. <a href=\"http:\/\/www.peak-oil.com\/2012\/04\/unkonventionelles-oel-tight-oil\/\">http:\/\/www.peak-oil.com\/2012\/04\/unkonventionelles-oel-tight-oil\/<\/a> ). &#8211; Der Ostholsteintrog, der sich halbmondf\u00f6rmig in 20-30 km Breite von Elmshorn \u00fcber Kiel bis Flensburg erstreckt, enth\u00e4lt \u201ejurassischen Dogger\u201c, d.h. Erd\u00f6l im Posidonien-Schiefer, das sich im Erdzeitalter des Jura vor rund 280 Millionen Jahren gebildet hat. Um den Begriffswirrwarr zu komplettieren: Das \u00d6l lagert in salzhaltigen Sandstein-Formationen.<\/p>\n<p>Was bleibt \u00fcbrig von der Behauptung, Tight-Gas- und Tight-Oil-Fracking sei weniger riskant als Fracking im Schiefergestein? &#8211;\u00a0 In North Dakota liegt das Bakken-\u00d6lfeld, eines der ergiebigsten Frackingfelder weltweit. In dreitausend Metern Teufe erstreckt sich in einer f\u00fcnfzig Meter m\u00e4chtigen Schicht der begehrte \u00d6lsand. Pro Bohrloch und Tag werden stolze 22.260 Liter Erd\u00f6l gewonnen. Pro Sekunde also ein Viertelliter! Die Ersch\u00f6pfung des Bohrlochs schreitet rasch voran: Nach einem Jahr hat sich die Flie\u00dfgeschwindigkeit halbiert, es dauert also zwei Sekunden, um den Viertelliter \u00d6l zu gewinnen. Nach vier Jahren sind es zehn Sekunden! Um die F\u00f6rderquote f\u00fcr das gesamte Feld auf hohem Niveau zu halten, muss in immer kleineren Abst\u00e4nden neu gebohrt werden: Drill Baby, drill! Was z\u00e4hlt da noch der Wasserverbrauch \u2013 oft mehr als elf Millionen Liter pro Bohrung! Was geschieht mit dem Flowback \u2013 den gigantischen Wassermengen, die mit \u201enat\u00fcrlichen Stoffen des Erdinnern\u201c angereichert (Karbon, Quecksilber, Radionukleide) an die Oberfl\u00e4che gesp\u00fclt werden? Das einzige, was die \u00d6lkonzerne interessiert, sind die hohen Kosten, verursacht durch St\u00fctzmittel, welche die Flie\u00dfkan\u00e4le im Sandstein offenhalten sollen: pro Bohrloch im Schnitt vier Millionen Dollar! Erdgas ben\u00f6tigt bei weitem keinen so gro\u00dfen Aufwand, daher ist Erd\u00f6lfracking besonders teuer. Je h\u00f6her die Umweltschutzauflagen, umso weniger rentabel die F\u00f6rderung! Siehe: <a href=\"http:\/\/www.peak-oil.com\/2013\/02\/der-tight-oil-boom-in-den-usa-ein-genauerer-blick\/\">http:\/\/www.peak-oil.com\/2013\/02\/der-tight-oil-boom-in-den-usa-ein-genauerer-blick\/<\/a><\/p>\n<p>\u00dcber die weiteren Gef\u00e4hrdungen durch Fracking siehe:<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.oekologische-plattform.de\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/65-kompr.pdf\">http:\/\/www.oekologische-plattform.de\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/65-kompr.pdf<\/a> , S. 21-24.<\/p>\n<p>Pl\u00f6n, 16.7.2014. Hansj\u00fcrgen Schulze<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Toxisches Fracking in konventionellen Lagerst\u00e4tten Am 4. Juli 2014 schrieben Bundeswirtschaftsminister Gabriel und Bundesumweltministerin Dr. Hendricks einen Brief an alle \u201eLiebe Genossinnen, liebe Genossen\u201c der SPD: Fracking l\u00f6se in Teilen der Bev\u00f6lkerung gro\u00dfe Besorgnis aus. \u201eDer Schutz der Gesundheit und der Schutz des Trinkwassers haben absolute Priorit\u00e4t. Klar ist: Wir k\u00f6nnen derzeit beim Fracking <a href='http:\/\/www.stop-fracking-kiel.de\/wordpress\/?page_id=270' class='excerpt-more'>[&#8230;]<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-270","page","type-page","status-publish","hentry","post-seq-1","post-parity-odd","meta-position-corners","fix"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.stop-fracking-kiel.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/270","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.stop-fracking-kiel.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.stop-fracking-kiel.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.stop-fracking-kiel.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.stop-fracking-kiel.de\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=270"}],"version-history":[{"count":6,"href":"http:\/\/www.stop-fracking-kiel.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/270\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":320,"href":"http:\/\/www.stop-fracking-kiel.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/270\/revisions\/320"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.stop-fracking-kiel.de\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=270"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}